"Pique Dame" ist Erzählung und Oper

09/2020 - Alexander Puschkin ist der Urvater der modernen russischen Literatur. Er verfasste Gedichte, Dramen und Romane, von denen eine der bekanntesten "Eugen Onegin" ist. Referentin Genja Stammen aus Celle stellte den Schriftsteller am Beispiel seiner mystischen Erzählung "Pique Dame" vor, die Peter Tschaikowskij zu einer  Oper vertonte.

Geradezu begeistert zeigte sich Genja Stammen von der Sprache, die Puschkin verwendete. Er beschrieb Charaktere in seinen Geschichten präzise, aber auch mehrdeutig und symbolisch. Seine Gedichte seien wunderschön, aber wie auch bei anderen fremdsprachlichen Schriftstellern: Übersetzungen ins Deutsche können die Feinheiten von Versen in der Originalsprache nicht wiedergeben. Und so brachte die Referentin eine Erzählung mit, deren Handlung und Tiefe bei einer Übersetzung wiedergegeben werden kann, ohne eine Vers- und Reimform einhalten zu müssen.

Die Handlung in Kürze: Ein junger Offizier verfällt dem Kartenspiel und der Hoffnung, dass eine alte Gräfin ihn in das Geheimnis des Karten Ratens einweihen würde. Er sucht sie nachts auf, und die alte Dame verstirbt vor Schreck. Schließlich hat er eine Vision, in der die Verstorbene ihm verrät, wie die Vorhersage funktioniert. Der Tipp funktioniert einmal, zweimal, und beim dritten Mal verliert er sein Vermögen und vor fassungsloser Überraschung auch seinen Verstand. So weit, so gut.

Aber wer ist die "Pique Dame" wirklich? Was hat die Kartenfolge Ass (Eins), Drei und Sieben immer wieder zu bedeuten? Und ab wann trennt sich in der Erzählung die Realität von der Vision eines Verwirrten? Die Erzählung ist nur ca. vierzig Buchseiten lang, gibt aber genug Anlass für ein zweites und drittes Lesen.

Puschkin gehört nicht nur mit "Pique Dame" zur Weltliteratur. Und immer wieder sollte man wichtige und wertvolle Autoren wie ihn aus dem Regal nehmen und lesen. Es lohnt sich!

Und Peter Tschaikowskij brachte die Handlung auf die Opernbühne. Auch das lohnt sich, konstruiert der Komponist doch ein anderes Ende in seinem Stück. "Pique Dame" kann einen also lange beschäftigen.

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