Bomlitz war immer etwas Besonderes

10/2020 - Einen Ort wie Bomlitz findet man selten in Deutschland. Oft findet man Siedlungen, die sich an einem Gewässer bilden und einen Marktplatz oder vielleicht sogar eine Kirche im Mittelpunkt haben. Drumherum bildet sich Handwerk und später entwickeln sich im Außenbereich Fabriken. In Bomlitz hingegen gab es zuerst eine Mühle, aus der eine Fabrik wurde, und dann erst entstand um die wachsende Industrie herum eine Siedlung.  Historiker Thorsten Neubert-Preine hat nun die komplette Geschichte von Bomlitz von den ersten Spuren bis zur Eingemeindung nach Walsrode in einem Rückblendeheft aufbereitet.

Es gab bereits eine erste Auflage, in der Neubert-Preine 2010 die Geschichte von Bomlitz dokumentiert und vorgestellt hatte. Zehn Jahre später hat er in der zweiten Auflage nun aktualisiert und um die letzten zehn Jahre erweitert. Für Neubert-Preine schließt mit der Eingemeindung nach Walsrode historisch eine plausible Entwicklung ab, waren die beiden Orte doch bereits über Jahrhunderte fest miteinander verwoben: Walsroder Kaufleute entwickelten die Bomlitzer Produktionsstätte zu beträchtlicher Größe. Die Industrie in Bomlitz wiederum machte die Region wirtschaftlich stark und die Stadt Walsrode groß.

Bomlitz hat dabei im Kleinen eine Entwicklung genommen, die generell stattfand, wo die Industrialisierung den ländlichen Raum umgestaltete und schließlich dominierte. In einer Buchvorstellung beim FORUM konnte der Historiker den Interessierten Beispiele für die Besonderheiten zeigen, die sich aus dieser Lage ergaben. So war die Gemeinde vermögensstark und konnte für öffentliche Einrichtungen wie ein Freibad oder Sportanlagen sorgen, die Maßstäbe setzten. Gleichzeitig hatte sie andere Traditionen und eine andere Soziologie als die Nachbarorte: "Es gibt nur wenige Familien, die bereits seit mehr als einhundert Jahren hier leben. Plattdeutsch z.B. ist noch heute wenig verbreitet in Bomlitz und Benefeld. Und seitdem es ihn gibt, hat der 1. Mai sicherlich eine größere Bedeutung als das Erntedankfest." Dieser andere Weg, den die ehemalige Gemeinde Bomlitz unbewusst gegangen ist, macht heute ihren besonderen Charme aus", erläuterte Neubert-Preine sein Fazit.

Das auf 58 Seiten reich bebilderte Rückblendeheft "Bomlitz - von der Papiermühle zur Großgemeinde" ist in der Buchhandlung Kappe, der Heine Buchhandlung und beim FORUM (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0163-1650184) für 7 EUR erhältlich. Das Heft sei nicht der "Schwanengesang" von Bomlitz, das seit dem 1. Januar 2020 zu Walsrode gehört. "Bomlitz ist zwar keine selbstständige Gemeinde mehr, aber seine Geschichte geht weiter", freut sich der Historiker. Und die bleibe weiterhin eine besondere.

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