Zum Hauptinhalt springen

Huber und der Steinway sind jetzt Freunde

02/2026 - Beim "Beflügelt!"-Konzert nahm im Februar Johannes Huber am Steinway-Flügel der Waldorfschule Benefeld Platz. Ein sympathischer junger Künstler zeigte nicht nur, was er konnte, sondern auch, was seine Leidenschaft ist: die Freude an der Musik.

Walsroder Zeitung vom 25.02.2026: Ein Talent am Steinway. Konzertreihe "Beflügelt!" Johannes Huber begeistert sein Publikum in der Festhalle der Waldorfschule.

Der erst 22 Jahre alte Musikstudent Johannes Huber war der Künstler am Steinway Flügel beim Konzert in der Festhalle der Waldorfschule in Benefeld. Auf dem Programm standen Stücke von Josef Haydn, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms. Johannes Huber ist in einer großen Familie in Süddeutschland aufgewachsen. Die Eltern sind beide Musiker. Von den fünf Geschwistern hat nur die älteste Schwester als Lehrerin die Beschäftigung mit der Musik zu ihrem Beruf gemacht. Sein Wunsch zu musizieren komme aus ihm selbst, betont Johannes Huber. Man könne nicht jeden Tag stundenlang üben, wenn man das nicht wirklich selbst wolle. Huber studiert im Bachelorstudium an der Musikhochschule in Hannover bei Roland Krüger. Seine Lieblingsmusik? Meistens höre und spiele er Klassik, zu 90 Prozent, wie er sagt.

Er höre aber auch Jazzmusik, die sein Mitbewohner gerne in der Küche laufen lässt. Seine Vorbilder? Da muss er nachdenken: Am ehesten noch der Pianist Grigori Sokolow (geboren 1950). Sein Hobby ist Fußballspielen. Seine Ziele für dieses Jahr? Studieren und an Wettbewerben teilnehmen, um bekannt zu werden. Und im Sommer eine Deutschlandtournee mit zwei Programmen absolvieren. Eine Karriere als Solist sei sein Traum, Plan B wäre der Beruf des Musiklehrers. Und wenn alle Stricke reißen, dann mache er nach dem Musikstudium etwas ganz anderes.

Von einem jungen Pianisten erwartet man am ehesten ein technisch brillantes Spiel und weniger klangliche Wärme, feine Phrasierung, subtiles Rubato, präzise Kontrolle der Dynamik, anspruchsvolle Artikulation und intensives Legatospiel.

Und das war die große Überraschung des Konzerts: Johannes Huber spielte sehr einfühlsam und konnte sein großes Hintergrundwissen zu den Stücken in Töne und Gefühle umsetzen. Gut hörbar waren die Unterschiede zwischen der Musik der einzelnen Komponisten. Und das Publikum hörte staunend, wie verschieden die im Jugendalter geschriebene Sonate von Brahms und die sehr viel später komponierten Stücke klangen. Johannes Brahms und Johannes Huber hatten im Konzert deutlich mehr gemeinsam als nur den Vornamen.

In den langsamen und leisen Passagen erfolgte ein Spannungsaufbau, bei dem das Publikum die berühmte Stecknadel im Konzertsaal fallen hören konnte. Johannes Huber beherrscht aber auch das andere Ende der Dynamikskala. Natürlich gab er die gewünschte Zugabe und genoss dann den ausdauernden Applaus des Publikums. Die Standing Ovations waren wohl verdient. Sympathisch war auch die Geste des Pianisten danach: Er streichelte den Steinway-Flügel, als wolle er sich bei dem Instrument für das Zusammenspiel bedanken.

Am Ausgang brachten viele Zuhörerinnen und Zuhörer zum Ausdruck, wie sehr sie das Konzert berührt und begeistert hatte. Und dass sie diese exzellente Interpretation und reife Spielweise zu schätzen wussten.

Manchmal passt einfach alles: Die Musikauswahl, das Ambiente, das Team, der Künstler, der wohl klingende Flügel, die Musik selbst, die erklärenden Moderationen und begeisterte Zuhörer. Am letzten Sonntag war so eine Sternstunde. Das nächste „Beflügelt!"-Konzert des Kulturvereins FORUM Bomlitz findet im April statt.

 

Text und Foto: Lutz Riechardt

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.