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Ein liebevolles und kreatives Paar

Wenn sie getrennt waren, schrieben sich die Walsroder Malerin Hermine Overbeck-Rohte und ihr späterer Mann Fritz Overbeck fast täglich Briefe, nicht selten mehrmals am Tag. Die unterhaltsamen und humorvollen Texte geben Einblicke in das Leben eines Künstlerehepaars zu Beginn des 20. Jahrhunderts: mit Gesprächen über Kunst, Alltägliches und ihre liebevolle Beziehung zueinander. Helle Rothe und Martin Mader aus Bremen lasen beim FORUM aus dem Briefwechsel der beiden, die auch für eine Zeit zur Künstlerkommune in Worpswede gehörten.

Die Briefe sind vom Overbeck-Museum als 700-seitiges Buch herausgegeben worden. Rothe und Mader haben daraus Szenen einer lebenslangen Liebesgeschichte ausgewählt, die ein Spiegel der Entwicklung ihrer Beziehung sind: von "Geehrtes Fräulein Rohte" über "Meine liebe Hermine" zu "Mein lieber, lieber Schatz". Und während Frauen sich zu dieser Zeit in künstlerischen Diskussionen nicht zu Wort melden durften, fand das Ehepaar Overbeck in den Briefen einen Weg: Hermine schrieb ihrem Mann ihre Kritik an seinen Werken unter dem Pseudonym "Hermann". Und Fritz Overbeck nahm ihre Meinung ernst und tauschte sich mit seiner Frau fachlich aus - indem er "Hermann" antwortete.

Helle Rothe und Martin Mader präsentierten den Briefdialog der beiden, und die Gäste konnten die Walsroder Künstlerin und ihren Mann für einen Abend lebendig kennenlernen. "Es fühlte sich an, als hätten wir Hermine und Fritz bei einem Gespräch am Kaffeetisch zuhören dürfen", freute sich Torsten Kleiber vom FORUM. "Sie waren nicht nur kreative Künstlerkollegen, sondern vor allem auch ein bemerkenswert liebevolles Paar." Die Tragik ihrer Geschichte trifft daher umso mehr.

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