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Das Lager Sandberg gehörte zu Bergen-Belsen
05/2026 - Das Benefelder Lager Sandberg wurde gegenüber dem Sportplatz Benefeld 1944 neu aufgebaut und vom 03. September bis zum 15. Oktober 1944 als Außenlager des Konzentrationslagers Bergen-Belsen genutzt. 600 jüdische Frauen aus Auschwitz wurden hier als Zwangsarbeitende in der EIBIA untergebracht. Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine stellte bei der FORUM-Führung "EIBIA-Relikte in Benefeld" den damaligen Standort vor.
In der Gedenkstätte Bergen-Belsen ist die Rolle des Lagers Sandberg neben den anderen Außenlagern Unterlüß-Altensothrieth und Hambühren-Ovelgönne dargestellt. Auf den Informationstafeln des Dokumentationshauses findet sich neben anderen Quellen und Erläuterungen auch der Auszug aus einem Bericht von Estera Winder aus dem Jahr 1947. Sie wurde 1924 in Radom (Polen) geboren und zusammen mit ihrer Mutter Chana und ihrer Schwester Matla von Auschwitz nach Bomlitz, von dort nach Bergen-Belsen und schließlich in das Außenlager Elsnig des KZ Buchenwald transportiert:
„In Bomlitz befand sich eine Pulverfabrik. Wir waren 600 jüdische Frauen und die ersten in dem Lager. Es war ein neues Lager. Wir wurden von SS-Männern und -Frauen bewacht. Jeden Tag sind wir zwei Kilometer zur Arbeit gegangen. Es wurde Pulver hergestellt. Wir trugen gestreifte Kleider, die wir im Lager erhalten hatten. Weil die Arbeit sehr schwer war, waren die Menschen nach fünf Wochen nicht mehr arbeitsfähig und wurden alle nach Bergen-Belsen geschickt […]“
Unter den Frauen, die in Benefeld waren und anschließend von Bergen-Belsen nach Elsnig zur WASAG (Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-Actien-Gesellschaft) weitertransportiert wurden, befanden sich auch Cesia Widermann, Lola Perelstein und Brucha Horn, die im siebten Monat schwanger waren. Das SS-Kommando in Elsnig schrieb daher an die Kommandantur des KZ Buchenwald:
„[…] Es wird gebeten für die abgestellten schwangeren Häftlinge Ersatz zu stellen und diese dem Begleitpersonal zwecks Überführung nach dem hiesigen Lager mitzugeben. Für das hiesige Kommando kommen kräftige Häftlinge in Frage, da selbige bis zu 12 Stunden im Sprengstoffbetrieb arbeiten.“
Die drei Frauen wurden daher nach Bergen-Belsen zurückgeschickt, sie waren für die SS als Arbeitskräfte unbrauchbar. Zumindest eines der später geborenen Kinder überlebte. Schwangere und Säuglinge hatten in Bergen-Belsen allerdings kaum Überlebenschancen.



















