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Liebeserklärung an das Nachbarland

02/2026 - Der Vater von Matthias Kneip war der Dolmetscher der polnischen Fußballnationalmannschaft 1974. Und die war legendär: Zwar unterlag sie der deutschen Mannschaft in der "Wasserschlacht von Frankfurt" unglücklich 0:1, besiegte aber im Spiel um den dritten Platz Brasilien. Und vom damaligen Torschützen Grzegorz Lato hat Kneip als kleiner Junge das Trikot mit der Nummer 10 bekommen: Für Fußballfans ist es ein Schatz, für Matthias Kneip war es der Beginn einer lebenslangen Liebe zum Nachbarland Polen.

Heinz Steudle vom Komitee für Städtepartnerschaften im FORUM hatte den Kontakt zum deutschen Polen-Institut in Darmstadt hergestellt. Und so besuchte der Schriftsteller, Publizist und Polenreferent Dr. Matthias Kneip das FORUM und berichtete von seinen Erlebnissen und Erfahrungen mit den Menschen in Polen. Mit Anekdoten und plausiblen Erklärungen vertiefte er das Verständnis der kulturellen Unterschiede und weckte Neugier auf den nächsten Besuch im Nachbarland.

Zum Beispiel wurden sein Bruder und er als Kinder so erzogen, dass der Teller immer leer gegessen werden musste. Aus der Sicht von polnischen Gastgebenden erscheint es aber als unwahrscheinlich, dass exakt mit der letzten Gabel auch wirklich der Hunger komplett gestillt ist. Also wird ein leerer Teller wieder gefüllt - und der deutsche Junge kam seinerseits wieder seiner anerzogenen Pflicht nach, den Teller zu leeren. Pappsatt bat Kneips Bruder schließlich seine Mutter, ihm den polnischen Satz für "Danke, ich bin nicht hungrig." beizubringen. Und so wurde "Dziękuję, nie jestem głodny." zum ersten Satz auf Polnisch, den die beiden beherrschten.

Matthias Kneip warb für mehr Austausch und für mehr Besuche (auch von Schulklassen) in einem tollen modernen Land mit freundlichen und offenen Menschen. Die Sprachbarriere gilt für ihn nicht: "Die jungen Polinnen und Polen sprechen fast durchweg Englisch, und Deutsch ist dort die zweithäufigste Fremdsprache." Die Ausrede, wegen der Sprache den Urlaub nicht in Polen zu verbringen, sei wackelig, meint Kneip, wenn man stattdessen nach Italien, Spanien oder sogar Thailand reisen würde. "Da sprechen auf jeden Fall weniger Leute Deutsch."

Der nächste Austausch mit der Walsroder Partnerstadt Kepice aus Polen hat durch Kneips Vortrag weitere Impulse bekommen. Und Matthias Kneip hat noch mehr zu erzählen, er war sicherlich nicht zum letzten Mal beim FORUM.

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