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Janusevicius eröffnet die neue "Beflügelt!"-Saison

11/2025 - Der litauische Pianist Gintaras Janusevicius war bereits vor rund zehn Jahren zu Gast in der "Beflügelt!"-Konzertreihe. Als Rachmaninow-Spezialist war er seinerzeit vom 120 Jahre alten Steinway-Flügel im Festsaal der Waldorfschule begeistert, hatte doch Rachmaninow das gleiche Instrument mit nur wenigen Seriennummern später. So konnte Janusevicius den Klang der Werke ähnlich hören wie der damalige Komponist. In diesem Jahr freute sich der Litauer auf sein erneutes Gastspiel in Benefeld.

Walsroder Zeitung vom 25.11.2025: Nicht nur Hören, sondern auch Fühlen der Musik.
Technisch brillant, ausdrucksstark, voller Dynamik: Pianist Gintaras Januševičius beeindruckt Besucher des „Beflügelt!"-Konzertes.

Die Klavierkonzertreihe Beflügelt!" des Kulturvereins Forum Bomlitz startete in die Saison mit dem Pianisten Gintaras Januševicius, der Stücke des litauischen Malers und Komponisten Mikalojus Ciurlionis zusammen mit anderer Musik aus der Zeit um 1900 spielte.

Mikalojus Ciurlionis (1875 bis 1911) hat in Litauen vermutlich den gleichen Status wie in deutschen Gefilden Bach oder Beethoven. Der allen Litauern wohlbekannte Künstler hat mit seinen Werken maßgeblich zur Bildung der litauischen Identität beigetragen und ist Namensgeber für den Flughafen der Hauptstadt Vilnius.

Gintaras Januševicius wurde vor 40 Jahren in Moskau geboren, hat die litauische Staatsbürgerschaft und kam 2004 nach Deutschland, um Musik zu studieren. Heute lebt er in Hannover, ist mit einer Zahnärztin verheiratet und Vater von zwei Kindern. Januševicius ist Pianist und wie er betont auch ein ausgebildeter Erzähler, Komponist und Arrangeur mit einer eigenen Radiosendung über in Vergessenheit geratene klassische Musik.

Mit der Waldorfschule in Benefeld verbindet er aufgrund früherer Auftritte viele positive Gefühle. „Ich bin begeistert, wieder hier zu sein.“ Er freue sich, an dem 120 Jahren alten, aber hervorragend restaurierten Flügel spielen zu können.

Nach den früheren Auftritten habe er sich das gleiche Modell gekauft. Ebenso positiv in Erinnerung habe er das fachkundige Publikum, sagt Januševicius. Und so kamen die Zuhörerinnen und Zuhörer am Sonntagnachmittag in den Genuss eines ganz besonderen Programms: Abwechselnd zu den eher schweren Kompositionen von Ciurlionis spielte Januševicius Stücke anderer Komponisten aus der gleichen Zeitperiode 1895 bis 1901. In der ersten Hälfte waren die Stücke eher romantischer Natur. Nach der Pause dann mehr expressionistisch. Die Stimmung der Musik war sehr vielseitig: Mal schwer und raumergreifend. Dann wie-der leicht und schwebend oder verträumt. Um den musikalischen Fluss nicht zu stören und dem Publikum das Zuhören oder vielmehr Fühlen der Musik besser zu ermöglichen, bat der Künstler, erst zur Pause beziehungsweise Ende zu klatschen. Am

Gintaras Januševicius ist ein Berufsmusiker. Sein Spiel ist technisch brillant, ausdrucksstark, voller Dynamik und setzt Akzente. Mal knurrten die Töne wie ein Bär wie im Stück „Der Bärenknurren-Walzer". Mal schwebten sie leicht wie Seifenblasen durch den Saal. Und das alles präsentiert mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit, die selbst die schwierigsten Passagen der Musik kinderleicht erscheinen ließ.

Das Publikum erlebte im Festsaal der Waldorfschule in Benefeld ein ungewöhnliches Konzert, das eine ausgezeichnete Werbung für das Land Litauen und seine Kultur war. Eigentlich waren die ganze Zeit zwei Künstler auf der Bühne: Der Pianist Gintaras Januševicius und unsichtbar der Künstler Mikalojus Ciurlionis.

Das Forum Bomlitz lädt ein zum nächsten Konzert der Beflügelt-Reihe am Sonntag, 22. Februar 2026.

 

Text und Fot: Lutz Riechardt

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