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Florian Albrecht machte Konzert zum Erlebnis

10/2026 - In der Klavierkonzertreihe "Beflügelt!" präsentieren sich den FORUM-Gästen seit 2013 immer wieder junge Talente von der Musikhochschule Hannover. Für die neue Saison machte Florian Albrecht den Auftakt mit einem wunderbaren Konzertnachmittag und erzeugte Vorfreude auf die kommenden Termine.

Walsroder Zeitung vom 29.10.2026: „Warum ein Pianist gern in der ‚Provinz‘ spielt. ‚Wunderkind‘ Florian Albrecht begeistert in der Benefelder Festhalle - nicht nur durch seine Darbietungen am Flügel.“

Der Pianist Florian Albrecht hat auf Einladung des Kulturvereins FORUM Bomlitz in der Festhalle der Waldorfschule ein Klavierkonzert auf dem Steinway-Flügel gegeben. Auf seinem Programm standen Werke von Paul Hindemith, Ludwig van Beethoven, Georg Friedrich Händel und Johannes Brahms.

Florian Albrecht erlernte das Klavierspielen im Alter von vier Jahren und trat bald bei Kinder- und Jugendwettbewerben erfolgreich auf. Dies war ein Grund, warum er vor dem Konzert als „Wunderkind" angekündigt wurde. Das ist eine Bezeichnung, die er offensichtlich nicht gerne hört. Inzwischen ist er 23 Jahre alt, absolviert sein Masterstudium in Hannover bei Professor Roland Krüger und ist viel im In- und Ausland unterwegs, um sein Solo-Programm zu spielen. Der überzeugte Bahnfahrer ist schon für 50 (!) Konzerte im europäischen Raum für 2027 gebucht.

Zu seinen Vorbildern gehören Martha Argerich, eine argentinisch-schweizerische Pianistin, und Krystian Zimerman, der aus Polen stammt. Bei einem Solo-Konzert spielt Albrecht in 60 Minuten zwischen 15.000 und 20.000 Töne. Allerdings hört das Publikum nicht Einzeltöne, sondern eine warme, lebendige Musik, die am Sonntagnachmittag die Zuhörenden in eine eigene Welt entführte. Auch bekannte Stücke, wie zum Beispiel die Pathétique von van Beethoven, waren spannend anzuhören, weil sie neu interpretiert wurden. Die kurzen Einführungen zu den einzelnen Stücken leiteten das Publikum durch das Programm. Geschickt war, dass erst die Suite Nr. 1 von Händel gespielt wurde und danach die Variationen dazu, die Brahms komponierte. Es war ein rundherum gelungenes Konzert, das begeisterte. Folgerichtig wurde eine Zugabe gewünscht und gerne gespielt.

Florian Albrechts Eltern sind übrigens Ärzte, ebenso seine ältere Schwester. Aus Elternsicht ist er ja sozusagen ein schwarzes Schaf", denn er möchte Profimusiker werden, bevorzugt in einem Orchester. Seine Hobbys sind das Laufen - als Ausgleich für das viele Sitzen - und Brettspiele. Zu seinen Lieblingskomponisten gehören die vier zu Anfang genannten und natürlich auch Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart. Stücke von russischen Komponisten führt er zurzeit aus politischen Gründen nicht auf, obwohl er deren Musik schätzt. In seiner Freizeit spielt er auch „unernste" Musik, wie zum Beispiel Jazz oder Pop.

Um ein neues Stück, beispielsweise eine Sonate, zu erlernen, so dass diese konzertreif ist, braucht Florian Albrecht in der Regel sechs Monate. Dazu hört er sich auch die Versionen von anderen Pianisten an. Er entwickelt dann aber seine eigene Interpretation. Danach sind noch drei öffentliche Vorspiele nötig, um eine vorläufige Endversion zu finden und genug Sicherheit zu bekommen. Tatsächlich sei die Kontrolle seiner Nerven bei diesen ersten Auftritten das Schwierigste für ihn.

In jedem Konzert gäbe es um die zwanzig Stellen, die er verbessern möchte und die er entsprechend nach dem Konzert mit blauer Farbe in seinen Notenblättern markiert. Somit ist jedes Konzert ein Unikat, auch wenn die Unterschiede für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer nur als Gesamteindruck wahrnehmbar sein dürften. Der schönste Moment beim Musizieren sei für Florian Albrecht dann, wenn alles passt: der Flügel, der Raum, die Musik und ein fokussiertes Publikum.

Ob Florian Albrecht schon ein Starpianist ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Sicher ist, dass er die Nähe zum Publikum sowie die persönliche und freundschaftliche Betreuung vor und nach dem Konzert schätzt. Der Flügel sei einfach fantastisch", und Walsrode sei ja von Hannover aus gut mit der Bahn zu erreichen - viele Gründe, in Benefeld zu spielen. Und das Publikum habe keine langen Wege und zahle nur eine Spende statt viel Eintrittsgeld.

Das nächste „Beflügelt"-Klavierkonzert findet ausnahmsweise an einem Samstag, 28. November 2026, ab 19 Uhr in Benefeld statt.

 

Text und Bild: Lutz Riechardt