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Gelegentlich "Lost Places"-Ästhetik

10/2026 - Mehr als dreihundert Gebäude gab es auf dem Gelände der Bomlitzer EIBIA, von denen heute noch ca. zwanzig als solche erkennbar oder nutzbar sind. Nach dem Zweiten Weltkrieg sprengten die Briten den größten Teil der Fabrik, wohl um ein Zeichen zu setzen, dass an diesem Ort nach 130 Jahren kein Pulver mehr produziert werden soll. Bei der Herbstführung durch die EIBIA zeigte Thorsten Neubert-Preine vom FORUM die Relikte, an denen mittlerweile eine eigene Ästhetik entstanden ist.

Die Gruppe passierte unter anderem - bei leider ungemütlichem Wetter - auch das damalige Lager für feuchte Wolle im Fuhrenkamp in Bomlitz. Das markante Gebäude ist in Privateigentum und wird als Werkstatt und Lager genutzt, was sicherlich auch ein Grund dafür ist, dass es so gut erhalten ist.

Mit der markanten geschwungenen Dachkante waren vor allem die frühen EIBIA-Gebäude ausgestattet, um sich aus der Luft betrachtet besser in die Landschaft einzufassen. Als zusätzliche Tarnung konnten an den Ösen, die in die Dachkante eingelassen waren, im Fall eines Angriffs Tarnnetze herabgelassen und abgespannt werden. So hätte sich der Bunker bei Bedarf schnell in einen grünen Hügel verwandeln können, der aus aus der Luft nicht mehr erkennbar gewesen wäre.

Die Begrünung auf dem Dach ist auch nach mehr als achtzig Jahren noch üppig, so dass Ranken das Gebäude säumen: ein interessantes, vielleicht sogar hübsches Bild. Fast vergisst man bei dem besonderen Anblick, dass der Bunker Teil einer Fabrik war, mit deren Produkt die Nazis die europäischen Nachbarländer überfielen und Tod und Zerstörung über den Kontinent brachten.