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Arno Schmidt

09/2020 - Vor 100 Jahren wurde die Holzindustrie Cordingen gegründet. 69 Jahre ist es hingegen her, dass Arno Schmidt seinen Protagonisten in "Schwarze Spiegel" mit dem Fahrrad das menschenleere Fabrikgelände erkunden ließ: "Drüben war eine Schilderei; ich latschte müde hin „Holzindustrie Cordingen“, stands über höllisch hellgelb und schwarz geringelten Pfählen. (...)  Diesmal flanierte ich nach der entgegengesetzten Richtung, auf den Fabrikschornstein zu. Ein Fußsteig führte nach links bis zum Bahndamm, gleich neben der Brücke, und da sah ich schon, daß eins der Geleise hinter ins Fabrikgelände lief, also ihm nach, über die torfbraunen Schwellen. Holz, viel Holz! In mächtigen Bretterstapeln unter Schuppen; in Sperrholzplatten, aneinandergelehnten. Auch Balken, aber weniger. Im Hof noch Riesenstämme, elefantengrau, Buchen zumeist, von 80 bis 100 Zentimeter Durchmesser: schade um die schönen Bäume.

08/2020 - Die Benefelder Zeit von Arno und Alice Schmidt war für das Ehepaar eine besonders schwierige. Hier lebten die beiden fünf Jahre lang, hier entschied Arno Schmidt, Schriftssteller zu sein, hier entstand sein Erstlingswerk "Leviathan", und hier nahm er die Prägung für seine weitere literarische Arbeit mit. Auf einer FORUM-Führung erläuterte Referent Torsten Kleiber die damalige Zeit und die Lebensumstände. Der Schriftsteller liebte die Landschaft und fühlte sich ihr verbunden. Die ärmlichen Verhältnisse, in denen das Ehepaar auf dem Mühlenhof leben musste, waren für ihn aber wenig erträglich.

04/2020 - Am 04. April 1970 wurde das größte und schwerste Buch in deutscher Sprache veröffentlicht: "Zettel's Traum", Arno Schmidts "Opus Magnum", 1334 Seiten in DIN A3, mit parallelen Handlungen, die in drei Spalten nebeneinander geschrieben und mit Randnotizen, Skizzen und Ergänzungen in Typoskriptform gedruckt sind. Das Buch ist weniger Prosa, die man von vorne bis hinten liest, sondern ein Gesamtkunstwerk mit thematischen Ausflügen, Sprachexperimenten, Geheimnissen und reichhaltig Raum zu Interpretationen. Die Erstauflage kostete 300 DM (was ein Vermögen war für ein Buch) und war sofort vergriffen.

01/2020 - Arno Schmidt hat 1946 auf dem Cordinger Mühlenhof entschieden, fortan als Schriftsteller zu arbeiten. Er wurde einer der bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegszeit. Am 18. Januar wäre er 104 Jahre alt geworden. Happy Birthday, Arno Schmidt! Seinen 50. Geburtstag hat 2020 auch sein bekanntestes Werk "Zettel's Traum" - übrigens unabhängig vom Inhalt das größte und schwerste Buch in deutscher Sprache. Wer weniger schwer tragen möchte, kann sich aus dem FORUM-Bestand z.B. "Abend mit Goldrand" ausleihen. Es ist das letzte Buch, das Arno Schmidt abschließen konnte. 

20191102 bargfeld 0111/2019 - Einmal im Jahr fährt das FORUM mit Interessierten nach Bargfeld, wo Arno und Alice Schmidt seit 1958 lebten. Nicht nur für Fans des besonderen Schriftstellers ist dieser Besuch jedes Mal wieder ein Erlebnis, gibt er doch einen realistischen Einblick in das damals tägliche Leben der beiden. Susanne Fischer von der Arno-Schmidt-Stiftung führte die Besuchergruppe durch das Wohnhaus und eine kleine Ausstellung im Stiftungshaus und erläuterte anschließend besondere Aspekte. Auch das Grab von Arno und Alice Schmidt besuchten die Gäste. Unter einem Findling sind die Urnen der beiden beigesetzt so, wie sie es wollten: schmucklos und ohne Grabstein oder Inschrift.

03/2019 - Horst Leisering aus Nienburg ist schon früh ein Bewunderer von Arno Schmidt gewesen. Die Texte faszinierten ihn so sehr, dass er den Schriftsteller persönlich kennenlernen wollte. Und so packte er regelmäßig einen Beutel mit Delikatessen und anderen Lebensmitteln und hängte ihn an das legendäre Tor an Schmidts Grundstück in Bargfeld. Der Autor nahm den Beutel immer wieder, ein Kontakt entstand dennoch nicht. Irgendwann begegneten sich die beiden auf der Straße in Bargfeld. Zu dieser Begegnung schrieb Horst Leisering später sein Buch "Wie mich Arno Schmidt einmal grüßte". Beim FORUM referierte er im Müllerhaus "Vom Entschluss, Schriftsteller zu werden".

10/2019 - Schon als Schüler kaufte Arno Schmidt in einem Antiquariat einen Sammelband mit Werken von Edgar Allan Poe. Besonders "Der Untergang des Hauses Usher" beeindruckte ihn und wurde für Arno Schmidt zum Maßstab. "Ein Stück wie geschliff'ne Kohle!", sagte er später darüber. Aus Ärger über eine - seiner Meinung nach - schlechte Übersetzung machte er sich 1946 auf dem Cordinger Mühlenhof dann selbst ans Werk. Seine Übersetzung gilt als eine der besten, überträgt sie doch nicht nur die englische Sprache der Romantik in deutsche Sprache der Romantik, sondern findet auch auf besondere Weise einen Ausdruck für Atmosphäre und Stimmung der Geschichte.

06/2019 - Juristisch sei die Sache schnell eindeutig gewesen, erklärte Torsten Kleiber bei der letzten FORUM-Führung zu "Arno Schmidt in Benefeld": Arno und Alice Schmidt hatten mit Helene Felsch einen mündlichen Vertrag über die Miete von Möbeln abgeschlossen. Und als Schmidts knapp bei Kasse waren, stellten sie die Zahlungen ein. Frau Felsch schaltete den Walsroder Anwalt von Nottbeck ein, der höflich die Schulden eintreiben wollte. Sein schriftlicher und sprachlich anspruchsvoller Schlagabtausch mit Arno Schmidt ist unter Schmidt-Kennern legendär und in dem Buch "In Sachen Arno Schmidt: Prozesse 1 & 2" von Jan Phillip Reemtsma unterhaltsam dokumentiert.

20190611 exkursion06/2019 - An Originalschauplätzen aus der Benefelder Zeit von Arno und Alice Schmidt verbrachten acht Studentinnen und Studenten der Universität Hildesheim ein Seminar in Kreativem Schreiben. Dr. Guido Graf vom Institut für Literaturwissenschaften hatte sich an seine Zeit als Stipendiat von Arno-Schmidt-Stiftung und FORUM erinnert und gemeinsam mit dem FORUM den Studierenden die Übernachtungen im Müllerhaus der Cordinger Mühle organisiert. Sie machten bei ihrem Seminar Exkursionen und sammelten dabei Impressionen und Anregungen für ihre Arbeit. Das FORUM will auch in Zukunft für Kleinstgruppen Aufenthalte auf den Spuren von Arno Schmidt ermöglichen.  (Foto: Lena Beyer)

04/2019 - Bereits nach einigen Wochen am Cordinger Mühlenhof setzte sich Arno Schmidt an den Küchentisch und schrieb eine Erzählung nieder, die allerdings erst mehr als drei Jahre später veröffentlicht wurde. "Enthymesis oder W.I.E.H." war der dritte Teil der Reihe "Arno Schmidt les'n" von Stadtbücherei Bad Fallingbostel und FORUM, in der Texte von Arno Schmidt vorgestellt werden, die entweder in der Region entstanden oder hier handeln. Dr. Wolfgang Brandes und Christoph tom Diek trugen die Erzählung vor und gaben viele erläuternde Informationen, die hilfreich waren für die Einordnung des Textes.

11/2018 - Als Arno und Alice Schmidt nach seiner Kriegsgefangenschaft Ende 1945 in Benefeld im Mühlenhof einquartiert wurden, konnten sie anfangs noch als Dolmetscher an der Hilfspolizeischule arbeiten, verloren aber schon bald ihre Jobs. In dieser Zeit beschloss Arno Schmidt mit der Unterstützung seiner Frau, hauptberuflich Schriftsteller sein zu wollen. Überleben konnten sie in dieser Zeit durch die Pakete, die Arno Schmidts Schwester Lucy Kiesler ihnen regelmäßig aus den USA zusandte. Bei der Führung durch die FORUM-Ausstellung "Arno Schmidt in Benefeld" im November wurde aus dieser Zeit berichtet.

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