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Pulverfabrik EIBIA

04/2024 - Wissen, was damals war - verstehen, was heute ist: Seit mehr als 25 Jahren bearbeitet Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine das Thema EIBIA. "Dieser Pulverkonzern mit seinen drei Standorten hat so viele Aspekte, dass die lokale Forschung und Untersuchung der Dokumente und Relikte immer nur wieder weitere Mosaiksteine liefern können, um das Gesamtbild zu verfeinern", erklärt der Historiker.

02/2024 - In der Pulverproduktion wird mit Schwefelsäure und Salpetersäure gearbeitet. Um die Wirkung der giftigen und ätzenden Dämpfe einzudämmen, bekamen deutsche Arbeitende in der EIBIA täglich einen halben Liter Milch. Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurde dieser scheinbare Arbeitsschutz nicht zugesprochen. 

11/2023 - Für die Pulverproduktion allein am EIBIA-Standort Benefeld wurden ca. 25.000 Menschen zur Zwangsarbeit aus den Ländern verschleppt, die Deutschland im Zweiten Weltkrieg überfallen hatte. Historiker Thorsten Neubert-Preine und Torsten Kleiber vom FORUM stellten zum diesjähigen Volkstrauertag die Biographien von sechs dieser Menschen vor und ergänzten mit dem Lebenslauf eines deutschen EIBIA-Arbeiters. Zum 85. Gedenktag an die Pogromnacht erinnerten sie außerdem an Jenny Wolff, die damals in Walsrode mit Brandverletzungen ins Krankhaus kam. 

10/2023 - Seit mehr als fünf Jahren hat das FORUM eine Original-Elektrokarre aus der EIBIA als Leihgabe aus privatem Bestand in der Garage. Sie konnte hier aber nur bei besonderen Anlässen gezeigt werden. Nun hat das FORUM mit Zustimmung des privaten Leihgebers die Elektrokarre nach Liebenau bei Nienburg gebracht. Dort wird nach jahrelange Bau- und Konzeptarbeit Anfang November die Gedenkstätte Pulverfabrik Liebenau feierlich eröffnet.

10/2023 - Die Fertigwarenlager der EIBIA entlang dem Fahrradweg zur Oberschule Bomlitz sind noch zu erahnen. Man sieht noch die Schutzwälle, die Zuwegungen für die Elektrokarren und die Dachreste der gesprengten Gebäude im Innenraum. Auf den Wällen sind in regelmäßigen Abständen Betonsockel mit eingelassenen Hülsen platziert und im Laufe der Zeit sind Erdungseisen freigelegt worden.

09/2023 - Die EIBIA hat als größte Pulverfabrik im Dritten Reich nicht nur einen großen Teil der Landschaft Lohheide in Beschlag genommen, sondern auch Benefeld nachhaltig geprägt. Von ca. 60 Einwohnenden im Jahr 1935 wuchs der Ort in zwei Jahren auf rund 2.500 Arbeitende, die die Anlagen der EIBIA erst aufbauten und später betrieben. Die Spuren dieser rasanten Entwicklung im Ort erläuterte Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine bei einer FORUM-Führung.

07/2023 - Der Sportplatz der SG Benefeld-Cordingen liegt in der Freudenthalstraße und ist auf Google Earth gut zu erkennen. Ein Luftbild der britischen Luftwaffe aus dem Jahr 1944 zeigt ebenfalls den Benefelder Sportplatz und zusätzlich das KZ-Außenlager Sandberg gegenüber. Deutlich zu sehen sind fünf große sogenannte Protektoratsbaracken, in denen rund sechshundert jüdische Frauen aus Auschwitz im Spätsommer 1944 zur Zwangsarbeit gefangen gehalten wurden.

03/2023 - Dass der Firmenname der größten Pulverfabrik im Dritten Reich mit der Eibe zu tun hat, liegt nahe. Das Holz dieses regionalen Baums ist besonders elastisch und wurde von den Germanen als Waffenholz für Bögen genutzt. Der lateinische Name "Taxus" stammt aus der griechischen Bedeutung für "Bogen". Die Parallele zu Pulver, das genauso Geschosse vorantreiben kann wie ein Bogen, und die Verbindung zu den Germanen war hier ganz sicherlich gewollt.

03/2023 - Autorin Kathrin Heynold hatte das FORUM für ihre Recherchen besucht, bei einer Führung aufmerksam zugehört und sogar an einer Fahrt zur EIBIA Liebenau teilgenommen. Und so kam die EIBIA als ein Kapitel in ihr Buch "Lost & Dark Places in der Lüneburger Heide und dem Wendland". Es ist im Buchhandel erhältlich und nach "100 Orte, die man in der Lüneburger Heide gesehen haben muss" bereits der zweite Gästeführer, in dem die EIBIA berücksichtigt worden ist. Und auch das FORUM wird wieder gelobt: "Der gemeinnützige Kulturverein FORUM Bomlitz bietet hervorragendes Informations- und Kartenmaterial für die EIBIA Bomlitz an. Zudem finden regelmäßig sachkundige Führungen vor Ort statt." Wer noch ein Ostergeschenk für EIBIA-Interessierte benötigt, hat mit dem Buch einen guten Vorschlag. Auch die anderen Kapitel beschreiben Orte, die einen Ausflug wert sind.

04/2023 - Seit Jahrzehnten hatten es Experten vermutet, jetzt ist es nach intensiven Untersuchungen bestätigt worden: Weder das Bernsteinzimmer noch das Nazi-Gold aus den letzten Kriegstagen sind in den Gebäuden und Bunkerrelikten der EIBIA versteckt. "Wir haben die Pläne, wir haben jeden Quadratzentimeter in allen 300 Gebäuden untersucht - auch in denen, die es gar nicht mehr gibt", sagte Torsten Kleiber vom FORUM. Sonden, Ultraschall und Computertomographie seien zum Einsatz gekommen. Das Ergebnis sei ernüchternd.

20230318 Fahrt nach Liebenau 0103/2023 - Die Erinnerungsarbeit zur EIBIA Liebenau und die Dokumentation der Geschichte der ehemaligen Pulverfabrik wird seit fast dreißig Jahren betreut von Martin Guse. Einmal im Jahr besucht das FORUM den Partnerverein mit einer Gruppe Interessierter. Im November wird aus der bisherigen Dokumentationsstelle eine offizielle Niedersächsische Gedenkstätte. Seit fast zwei Jahren wird die ehemalige Hauptschule Liebenau dafür umgebaut. Auf dem Gelände befand sich ursprünglich das Arbeitserziehungslager der Gestapo in Hannover, in dem viele hundert Menschen zu Tode kamen. Im Mittelpunkt steht für Martin Guse und dem Team der Austausch von Jugendlichen und die gemeinsamen Begegnungen von jungen Leuten.

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