Shakespeare-Figuren auch im Alltag

08/2021 - Eugen Fink aus Hoya war jahrzehntelang Theaterschauspieler, bevor er sich dem Zeichnen und der Malerei zuwandte. Hier verarbeitete er auch Teile seiner Erfahrungen, die er zwischenzeitlich in der Altenpflege gesammelt hatte. "Nicht gewählte Pfade" hat er seine Ausstellung genannt, die er beim FORUM vorstellte und die seine Frau Sabine Reimers mit begleitenden Texten abrundete.

Eugen Fink, der sich als Künstler Rubinius Rabenrot nennt, beschäftigte sich in seinem Beruf als Schauspieler viel mit den klassischen Figuren aus Shakespeare-Dramen. Als er schließlich Tätigkeiten in der Altenpflege aufnahm, sah er Parallelen dieser Profile zu den Menschen, die er begleitete. "Ich mache meine Arbeit mit großer Freude, und die Menschen geben mir viel zurück", erläuterte der Künstler bei seiner Ausstellungseröffnung im Bomlitzer Dorfgemeinschaftshaus. "Und ich sehe auch, wo Biografien immer wieder Ähnlichkeiten mt den klassischen Tragödien haben." So finden sich diverse Shakespeare-Charaktere als Titel seiner Bilder wieder: Da gibt es "König Lear", "Hamlet", den "Puck" aus dem Sommernachtstraum oder auch "Richard III", deren tragische Schicksale er in alten Menschen und ihren Lebensläufen wiedererkannte. Rabenrot zeichnet seine Motive und abstrahiert dann mit Ölfarbe, gelegentlich auch so, dass sie die Betrachter provozieren.

Sabine Reimers ergänzte Rabenrots Bilder mit kurzen Texten, die zusätzlich verweilen ließen und kombiniert mit den Bildern seine Gedanken hervorhoben. Die Gäste - egal in welchem Alter - dachten in der Ausstellung sicherlich nicht nur einmal darüber nach, welche "Nicht gewählten Pfade" sie in ihrem eigenen Leben bislang selbst hinter sich gelassen haben. "Wenn ich erstmal mit der Schule fertig bin ... wenn das Kind erstmal da ist ... wenn das Haus erstmal steht ... wenn die Kinder erstmal aus dem Haus sind ... wenn ich erstmal in Rente bin ... stets machte man die Lebensplanung an Ereignissen fest, die erst noch kamen, und achtete die Gegenwart nicht."

Und so motivierten Rubinius Rabenrot und Sabine Reimers mit ihren Bildern und Texten in ihrer FORUM-Ausstellung dazu, zumindest eine mögliche Tragik des Lebens nach Möglichkeit zu verhindern: "Man möge die Zeit nutzen, die man hat, und das Jetzt gegenüber der Zukunft nicht vernachlässigen."

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