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EIBIA und Ortsgeschichte

05/2022 - Gegenüber vom E-Karren-Gebäude im Benefelder Teil der EIBIA stehen vier Originalzaunpfähle, die zwar rot lackiert, aber dennoch unscheinbar sind. Sie sind so auf einer kleinen quadratischen Grundfläche gruppiert, dass Ihre Streben in alle vier Himmelsrichtungen weisen. Die Installation stammt aus der Zeit der Sanierung des EIBIA-Geländes in den 1980er Jahren. Sie war gedacht als Erinnerung an die Richtungen, aus denen Menschen aus  Europa verschleppt und in der EIBIA zur Arbeit gezwungen wurden.

04/2022 - Am 16. April 1945 befreite die britische Armee die Region. Damit beendete sie in Bomlitz und den umliegenden Ortschaften den Zweiten Weltkrieg. Am Tag zuvor hatten die Soldaten das KZ Bergen-Belsen befreit und Grauenhaftes vorfinden müssen. Bei der Bomlitzer EIBIA mehrere tausend Zwangsarbeitende in Lagern zu entdecken, traf sie daher nicht unvorbereitet. Nur wenige Stunden zu spät kam die Befreiung für Suzanne Pointeau, Charles Grandhomme und einen weiteren Franzosen. 

03/2022 - Die historischen Gebäude in Bomlitz und Benefeld zeigen die jeweilige Ortsgeschichte. Auf einer FORUM-Fahrradtour ging es zu EIBIA-Gebäuden in Benefeld außerhalb des ehemaligen Fabrikgeländes und in die denkmalgeschützte Ortsmitte von Bomlitz. Station dort war auch der Bomlitzer Bahnhof, der in der Kriegswirtschaft 1914/15 entstand. Über den Gleisanschluss war die Firma Wolff über Cordingen, Walsrode und Visselhövede an das Reichsbahnnetz angeschlossen und konnte das Pulver über die Schiene schnell an die Munitionsfabriken transportieren.

03/2022 - Regelmäßig besucht das FORUM den Schwesterstandort der Bomlitzer EIBIA in Liebenau. Die Gebäude auf dem Gelände wurden nach dem Krieg nicht wie in Bomlitz überwiegend gesprengt, sondern von den Briten weiter verwendet als Munitionsdepot. Der Historiker Martin Guse von der Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau führte die Gruppe.

11/2021 - Zurzeit fehlen zwei von drei Brücken in der EIBIA. Historiker Thorsten Neubert-Preine hat dennoch bei der letzten EIBIA-Führung in diesem Jahr eine Route konstruiert, bei der die Gäste einen guten Überblick über das Gelände, die Geschichte und die Besonderheiten erhielten. Gestartet wurde auf dem Parkplatz der Oberschule in Bomlitz, von wo es an den gesprengten Bunkern für Fertigwaren und dem Lager für feuchte Wolle vorbei zum Sozialgebäude mit Luftschutzkeller ging.

07/2021 - Seit 1815 produzierte die Firma Wolff & Co. Schießpulver und war für die gute Qualität ihrer Produkte international bekannt. Im Ersten Weltkrieg wuchs der Absatz drastisch, und die Produktionsanlagen wurden ausgeweitet. An der Bomlitz entstand die Abteilung Haßmoor mit zehn kleinen Pulvermühlen, die von Wällen umgeben waren. Historiker Thorsten Neubert-Preine führte für das FORUM zu den Ruinen der Anlage.

08/2021 - Der Walsroder Friedhof hat eine lange Geschichte. Einige Gräber sind deutlich älter als einhundert Jahre. Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine führte die Interessierten für das FORUM über das Gelände und erläuterte besondere Biographien. Dabei stellte er auch das Lapidarium vor, das man häufig auf alten Friedhöfen findet: Wenn die Nutzungszeit eines Grabes abgelaufen ist ...

06/2021 - Für das Herstellen von Bronze braucht man Kupfer und Zinn und vor allem Knowhow. Und da es das im norddeutschen Raum und speziell im heutigen Heidekreis um 1.800 v. Chr. noch nicht gab, kam Bronze nur über Händler aus Südosteuropa und dem Nahen Osten in die Region. Bronze wurde ein Wertgegenstand, den sich nur Menschen leisten konnten, die mit anderen Wertgegenständen bezahlen konnten. So entstand etwas, was in der Steinzeit noch unbekannt war:  gesellschaftliche Unterschiede.

06/2021 - Auf ungewöhnlichen Wegen hat eine Sammlung von EIBIA-Dokumenten den Walsroder Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine erreicht. Der Fund bringt neue Aspekte in die historische Betrachtung und ist in dieser Form ein Glücksfall. Er ist auch eine Erinnerung daran, dass man alte Unterlagen aus Nachlässen nicht leichtfertig wegwerfen sollte. 

05/2021 - Die EIBIA stellte im Zweiten Weltkrieg für die Deutsche Wehrmacht Pulver her. Es wurde für Granaten verwendet, für Bomben, Torpedos oder Patronen. Bei dieser Produktion spielte Arbeitsschutz nur eine begrenzte Rolle, Gewässer- und Umweltschutz im Prinzip gar keine. In der betriebsinternen Logistik war man hingegen in der EIBIA mit Elektrokarren und Dampfdrucklokomotiven schon vor mehr als achtzig Jahren klimafreundlich aufgestellt. Halt nur nicht mit Absicht.

05/2021 - Die Firma Wolff wuchs stark im internationalen Pulvergeschäft und hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein unausgesprochenes Erfolgsrezept: Sind die Arbeiter zufrieden und gesund, läuft der Betrieb gut und ohne Störungen, und die Firma verdient Geld. Heute nennt man das "Win-Win"-Strategie. Und dieses "Win-Win" kann man noch heute in der Architektur des Bomlitzer Ortskerns erkennen.

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