Vier Metzen sind ein halber Scheffel

10/2020 - Wenn der Müller das Getreide für die Bauern in seiner Mühle zu Mehl verarbeitete, bekam er dafür einen Lohn. Der Müller wurde aber auch mit einem Anteil am hergestellten Produkt als Naturalien entlohnt. Dieser Anteil wurde mit einem Metzeneimer abgemessen. Ein solcher Eimer steht noch in der Cordinger Mühle und wurde bei der letzten FORUM-Führung vorgestellt. Vier Metzen sind dabei ein Himten, und zwei Himten sind ein Scheffel (was nichts mit dem Scheffel zu tun hat, unter den man sein Licht nicht stellen soll). Eine Metze hat das Volumen von 7,7879 L.

Der Müller füllte dabei die Metze randvoll und zog den oberen Rand am Metalsteg glatt ab. Während er in seiner Tätigkeit das Zählen gewohnt war, seine Geschäftspartner aber nicht, konnte es beim Abmessen des Anteils durchaus gelegentlich zu beabsichtigten Unregelmäßigkeiten kommen. Lange diskutieren konnte der Bauer in einem solchen Fall nicht: Der Mühlenzwang verpflichtete ihn, zu einem ganz bestimmten Müller in seinem Bezirk zu gehen. Das Mahlen an einer Fremdmühle zog Geldstrafen nach sich, die unangenehm waren.

Die Metze hatte als Volumenmaß regionale Unterschiede und war in Hannover, Berlin oder Lübeck unterschiedlich groß. Das Königreich Hannover vereinheitlichte 1837 seine Maßeinheiten und wurde dabei von Karl-Friedrich Gauß unterstützt. Der berühmte Mathematiker erlangte vor dreißig Jahren erneut Popularität, als er auf dem alten 10-DM-Schein abgebildet war. Aus dem Schulunterricht kennt man ihn von der Gaußschen Normalverteilung.

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