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EIBIA und Ortsgeschichte

Ein beklemmendes und auch lebendiges Zeitdokument

09/2018 - Klaus Seckel vom Gut Charlottenthal bei Dorfmark war 16 Jahre alt, als er 1945 in Auschwitz zu Tode kam. Seine Eltern hatten ihn in einem niederländischen Internat vor den Nazis schützen wollen, wo er auch einige Jahre verbrachte. In dieser Zeit schrieb er Tagebücher, in denen er lebendig, feinsinnig und auch altersgemäß seinen Alltag beschrieb: Greifbar werden seine Entwicklung vom Kind zum Jugendlichen, sein Heimweh und seine beklemmende Erkenntnis, wie Schritt für Schritt die alltägliche Bedrohung durch die Nazis wuchs. Dr. Wolfgang Brandes stellte die Tagebücher beim FORUM in einer Lesung vor: ein Zeitdokument, das Schullektüre werden sollte.

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Die EIBIA stößt nach wie vor auf großes Interesse

10/2018 - Gewöhnlich hat Historiker Thorsten Neubert-Preine vom FORUM vierzig bis fünfzig Teilnehmende bei einer öffentlichen EIBIA-Führung. Bei der letzten Führung in diesem Jahr waren es bei bestem Spaziergangswetter überraschend mehr als 150 Interessierte. Die große Gruppe zeigte viel Disziplin und hörte aufmerksam zu, wenn Neubert-Preine an den verschiedenen Stationen die Geschichte der ehemals größten Pulverfabrik im Dritten Reich erläuterte. Er wäre sonst wohl nach kurzer Zeit heiser gewesen. Mit großen Trauben um den Referenten herum funktionierte die Tour.

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Die EIBIA in Liebenau soll Gedenkstätte bekommen

09/2018 - Der EIBIA-Standort Liebenau wurde im Gegensatz zum Standort Bomlitz nicht gesprengt. Die britische Armee lagerte dort nach Kriegsende deutsche Munition, um sie Schritt für Schritt zu zerstören. Das FORUM besichtigte das Gelände und wurde von Martin Guse vom dortigen Geschichtsverein durch weite Teile der ehemaligen Pulverfabrik geführt. Guse konnte dabei von vielen Lebensläufen von Zwangsarbeitern berichten, die zur Arbeit in der EIBIA verschleppt wurden und dort zu Tode kamen. Eine Gedenkstätte ist dort geplant, wo damals die Gestapo Hannover ein "Arbeitserziehungslager" betrieb.

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Der Ehrenfriedhof hat besondere Hintergründe

08/2018 - Ursprünglich war das Feld mit den Ehrengräbern eher am Rand des Bomlitzer Friedhofs. Durch verschiedene Erweiterungen ist es heute zentral und unübersehbar in der Mitte der Anlage. Im Vorbeigehen wirken die schlichten Bodensteine unauffällig, man muss bewusst näher herangehen, um Namen und Lebensdaten zu erfahren. Einige Steine und besonders die große Gedenkplatte sind schon so verwittert, dass sie überarbeitet werden müssten. An 126 Verstorbene wird hier erinnert, 85 davon Polen, dazu neben einzelnen Nationalitäten etwa 10 % Russen und 10 % aus dem damaligen Jugoslawien. 

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Wolffrode lag am Kilimandscharo

06/2018 - Die Ausstellung zur Industriegeschichte in Bomlitz bekommt laufend neue Exponate. Historiker Thorsten Neubert-Preine hat nun eine Sammlung afrikanischer Waffen entgegengenommen, die aus dem Besitz der Familie Wolff stammten. Oskar Wolff war Ende des 19. Jahrhunderts wie viele andere auch begeistert von Afrika und der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Ostafrika. 1895 gründete er die ostafrikanische "Deutsche Tanga Gesellschaft" und später die "Kilimandscharo Straußenzucht GmbH". An der Südseite des Kilimandscharo gründete er die Siedlung "Wolffrode".

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Respekt ist das, was den Verfolgten am meisten fehlt

06/2018 - Die Journalistin Nina Schulz und die Fotografin Mena Urbitsch haben mit ihrem Buch "Spiel auf Zeit" eine wichtige Dokumentation erarbeitet. Es geht um die Verfolgten des Naziregimes, Überlebende von Massakern, Opfer von Zwangssterilisationen, KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter, und die Praxis, wie Deutschland sie für ihre verlorene Lebenszeit und ihre Leiden bisher entschädigt hat. Das FORUM hatte die beiden Hamburgerinnen um eine Vorstellung ihres Buchs gebeten, um mehr zu einem Thema zu erfahren, das auch relevant ist für die Bomlitzer Geschichte.

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Der Alltag drehte sich um das tägliche Überleben

06/2018 - Schon in der Bronzezeit war das Leben in unserer Region hart. Die Böden waren geprägt von der Eiszeit, nicht besonders fruchtbar und die Jahreszeiten unbarmherzig. Wenn eine Ernte ausblieb, bestanden Hunger und Lebensgefahr. Jahrhunderte später im frühen Mittelalter war das Leben unverändert hart, und die landwirtschaftlichen Werkzeuge waren im Prinzip nicht moderner geworden. Für das FORUM erläuterte Dirk Hering von der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft bei einer Führung das Borger Hügelgräberfeld und die Borger Burg. Er zeigte dabei auch Fotos und Pläne von bisherigen Untersuchungen.

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Filterstation soll Dokumentationsraum werden

06/2018 - Bei sommerlichen Temperaturen kann eine EIBIA-Führung auch durchaus anstrengend sein. Eine Pause kann das FORUM seit einiger Zeit in der Filterstation anbieten. Das gut erhaltene Gebäude war noch bis 1998 das Benefelder Wasserwerk, vier der ehemals sechs großen Behälter stehen noch, die vorderen zwei hat das FORUM herausschweißen lassen, um die Fläche für einen Dokumentationsraum zu nutzen. Das Vorhaben zieht sich zeitlich aber in die Länge: Immer wieder versuchen "Mutige", sich auch ohne Schlüssel Zugang zum Gebäude zu verschaffen, in dem es (wirklich!) nichts zu holen gibt.

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Der Walsroder Friedhof ist mehr als 200 Jahre alt

05/2018 - Thorsten Neubert-Preine und Dr. Stephan Heinemann recherchierten zum 200-jährigen Bestehen des Friedhofs Walsrode im Jahr 2015 und erstellten einen historischen Rundweg. Aktuell sind 14 Gräber auf dem Friedhof besonders ausgezeichnet und mit einer Infotafel dokumentiert. Dazu gehört die Grabanlage der Familie Wolff oder die Einzelgräber der Walsroder Bürgermeister Carl Brammer, Friedrich Grütter und Georg Kammerer. Historiker Neubert-Preine führte für das FORUM über den Friedhof und konnte als Stadtarchivar die Persönlichkeiten und Hintergründe für die Gäste vorstellen.

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EIBIA-Relikte gibt es auch heute noch im Ortsbild

03/2018 - Von den rund 300 Gebäuden der EIBIA sind nach der Demontage und Sprengung bis 1950 nur wenige geblieben. Einige davon, die am Rand des ehemaligen Industriegeländes liegen, wurden privat umgenutzt. Im Fuhrenkamp in Bomlitz kann man heute noch das Lager für feuchte Wolle sehen, das privat als Garage und Werkhalle genutzt wird. Gegenüber findet man ein Wohnhaus mit auffälligem kleinem Anbau. Hier saß zu EIBIA-Zeiten ein Pförtner an einem Nebentor, der den Zugang zum Werk kontrollierte. Das Haupttor der EIBIA befand sich in der Poststraße in Benefeld. Auch dieses Gebäude wird als Wohnhaus genutzt.

 

Heute wäre Michael Hordyjczuk 93 Jahre alt

12/2017 - Am 26. Dezember hätte der Ukrainer Michael Hordyjczuk seinen 93. Geburtstag gehabt. Im Alter von 17 Jahren wurde er im Juni 1942 aus dem Kreis Kovel wie viele andere auch als Zwangsarbeiter nach Bomlitz/ Benefeld gebracht, um bei der EIBIA zu arbeiten. Sein (Zwangs-)Arbeitgeber war bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs zum größten Pulverproduzenten des Dritten Reichs aufgestiegen. Nahezu ein Drittel des verbrauchten Pulvers kam aus den Werken in Bomlitz, Dörverden und Liebenau.

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